06. Spieltag – SG Darscheid II – SG Üdersdorf II (2:1)

06. Spieltag – SG Darscheid II – SG Üdersdorf II (2:1)

Spiel gedreht – in letzter Sekunde

Mehren. Ein Fußballspiel mit 12 Mann bestreiten zu müssen, wobei der Ersatzspieler der Torwart der Ersten ist und zur Halbzeit wieder raus muss? Das zeigt die personelle Situation auf, in der sich die Zweite beim Spiel gegen Üdersdorf II befand. Auch wenn eine größtenteils erfahrene Elf auf dem Platz stehen sollte; man pfiff an diesem Tag aus dem letzten Loch und mit Üdersdorf kündigte sich ein unangenehm zu spielender Gegner an, die mit vollem Kader anreisten.

Bei bestem herbstlichem Fußballwetter fand die Elf um Spielertrainer Fandel besser in die Partie, auch wenn auf dem Grün nicht wirklich viel passierte. Schon vom Anpfiff weg konnte man erkennen, was man für ein Spiel über 90 Minuten zu erwarten hatte. Denn besser wurde das, was beide Teams boten, im Verlauf der Begegnung kaum. Es war kein schönes Spiel – kurzum, es war D-Klasse durch und durch. Kaum ein ordentlich durchdachter Spielzug, viele Fehlpässe, Mittelfeldgeplänkel und keine Geduld am Ball – Ruhe wollte hier kaum einkehren.

Die erste kleine Chance erspielte sich unsere Truppe, als Fabian Michels sich mit dem Ball durch zwei Gegenspieler mogelte, Thomas Umbach das Leder in den Lauf spielte und dieser aus der Drehung draufhielt (15.). Leider wurde der Ball zur Ecke abgefälscht, die nichts einbrachte – außer einem Einwurf für Üdersdorf. Bezeichnend.

Darauf verflachte das Spiel zusehends und so versuchte es unsere Elf mit Distanzschüssen durch Fandel (22.) und Schmitz (29.), die aber nicht von Erfolg gekrönt waren. Da unsere Mannschaft in dieser ersten halben Stunde schwächelte, sollte man meinen, dass die Gäste Kapital daraus hätten schlagen müssen. Doch fand Üdersdorf noch weniger statt, da man bei Ballbesitz nichts mit dem Spielgerät anzufangen wusste. Lediglich einzelne Vorstöße waren die Folge und man versuchte mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. Spielerische Ansätze unserer Elf wurden konsequent durch Foulspiele des Gegners unterbunden, was den Schiedsrichter nicht weiter zu stören schien. Dass die Gäste trotzdem besser ins Spiel fanden, hatte sich unsere SG allerdings selbst zuzuschreiben. Es fehlte an Körperspannung und man ließ sich den Schneid abkaufen, da einfach nichts zusammenlief. Doch hatte Daniel Schmitz kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine Chance zur Führung, als er einen Ball aus dem Mittelfeld in die Schnittstelle gespielt bekam. Es hätte eine 1:1 Kopie des Tores gegen Kirchweiler eine Woche zuvor sein können, doch fehlte der Druck in Pass und Schuss. So ging die Chance dahin und mit ihr eine müde erste Hälfte ohne große Höhepunkte.

Coach Fandel impfte seine Spieler in der Halbzeit mit der Tatsache, dass man in der zweiten Halbzeit mit demselben Fußball des Gegners rechnen müsse. Doch statt konzentriert zu Werke zu gehen, zeigte sich die Gäste-SG wacher, während unsere Jungs noch vom Schlafwagenfußball der ersten 45 Minuten gelähmt zu sein schienen. Es dauerte bis zur 55. Minute, als Üdersdorf die erste richtig gute Chance herausspielte. Nach einer Flanke von links auf den kurzen Pfosten, hielt der Stürmer einfach mal seinen Kopf hinein und verfehlte den Kasten von Engels um einen Meter. Kurz darauf die nächste Chance nach einer Flanke von rechts, die an Mann und Maus vorbeiflog und von Florian Papberg, auf der Linie stehend, entschärft werden musste.

Spätestens jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem man das Spiel nur mit Kampfeswillen gewinnen konnte. Doch konnte man als Zuschauer schon etwas enttäuscht sein, hielt man es mit der Heimelf, da ein wirkliches Aufbäumen nicht zu erkennen war. Sicherlich machte sich auch die Müdigkeit aufgrund der fehlenden Wechselmöglichkeiten bemerkbar. Doch ist fehlende Laufbereitschaft bei dem Fußball, den die Mannschaft zu spielen pflegt, ganz sicher fehl am Platz. In der 66. Minute hätte man sich daher nicht beschweren dürfen nun doch einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, als eine Flanke vom eigenen Spieler knapp neben das Tor geköpft wurde und damit fast für ein Eigentor gesorgt hätte. Ansonsten war es dem Unvermögen der Gäste zu verdanken, dass man aus dem anschließenden Eckball nichts Gewinnbringendes erzielen konnte. Ein Eckball wurde nur unzureichend geklärt und der anschließende Schuss vom 16er landete knapp neben dem Tor.

Die große Druckphase der Gäste war damit erst einmal vorbei und es schien alles auf ein torloses Remis hinauszulaufen, da beide Mannschaften keine großen Bemühungen mehr unternahmen und an diesem Tag auch nicht dazu in der Lage schienen. Es lief die 75. Spielminute, als die imaginäre Anzeigetafel doch noch 0:1 für Üdersdorf anzeigte. Völlig ohne Zuordnung zeigte sich die rechte Abwehrseite verwaist und der Pass dorthin erreichte Oliver Thul, der schneller als Engels am Ball war, den Ball an ihm vorbeilegte und zur Führung einnetzte.

Das Spiel war gelaufen – sollte man denken. Denn nichts machte den Anschein, als würde man sich in diesem Spiel noch irgendwie zu einem Punkt retten. Viel lief auch weiterhin nicht zusammen, da man konditionell am Stock ging, wie die Gäste übrigens auch. Die Bemühungen konnte man der Mannschaft sicher nicht absprechen, doch fehlte irgendwie der letzte Willen und man sah teils hängende Köpfe. Doch wie es im Fußball so ist, muss man immer an seine Chance glauben und so ist dieses Spiel der vielleicht beste Beweis dafür und gibt unserer Truppe den Kick für die nächsten Wochen. Es lief die 86. Spielminute, als Chris Alberg den Ball noch einmal auf der linken Seite erhielt, sich mit Wut im Bauch an seinem Gegenspieler vorbeischlängelte und von der Torauslinie auf Fandel ablegte. Mit der Fußspitzte kickte dieser den Ball ins rechte untere Eck und sorgte für den Ausgleich. Der Jubel fiel verhalten aus, wusste dieser wohl am besten, was seine Mannschaft an diesem Tag auf dem Platz darbot.

„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!“, sagte Rocky Balboa im Film und an diesem Tag galt dieser Spruch wieder einmal für die Realität. Angestachelt von dem Ausgleich schien der Glaube in unseren Männern auf einmal erweckt worden zu sein. Besser spät als nie, sollte man denken, doch stand das Spiel kurz vorm Abpfiff, als das Leder nochmal nach vorne getragen wurde und irgendwie bei Thomas Umbach landete, der im Strafraum stehend mit seinem Schuss am herauseilenden Hein scheiterte. Die Chance schien dahin, doch wurde die Murmel vom Gästekeeper nur unzureichend geklärt, prallte vom eigenen Mitspieler ab und landete wieder vor Thomas‘ Füße, der sich kurz den Kasten ausguckte, die Lücke zwischen den Gegenspielern fand und den Ball aus zehn Metern überlegt unterbrachte (90.+2). Das Spiel war aus, die Gäste waren geschlagen und aus 0 Punkten wurden 3 – Wahnsinn!

Fazit: Ein Spiel, welches an kälteren Tagen für einen Erfrierungstod der Zuschauer hätte sorgen können, endete mit letztlich drei glücklichen Punkte für unsere Zweite. Die wenigen Chancen im Spiel wurden auf beiden Seiten nicht genutzt, wobei gerade die Gäste in der zweiten Halbzeit schon früher die Führung hätten erzielen können. Es war ein Spiel, in dem unserer Elf nicht wirklich etwas gelingen wollte und in der man sich vom Stil der Gäste viel zu sehr beeinflussen ließ. Insgesamt war es eine Leistung der Marke „Betriebsunfall“, die man so nicht mehr sehen möchte. Dass letztlich 10 Minuten echtes Aufbäumen für drei Punkte gereicht haben, ist sicherlich eine schöne Erkenntnis, dass man solche Spiele tatsächlich auch gewinnen kann. Man muss aber kein Prophet sein zu wissen, dass dies nicht allzu oft passiert. Eine anderer Gegner mit einer anderen Art von Fußball und der Schuss geht ganz schnell nach hinten los. So war die Freude über den Sieg zwar groß, wich aber auch schnell der Erkenntnis, dass man in diesem Spiel alles vermissen ließ, was unsere Mannschaft ausmacht. Wie man die Punkte letztlich geholt hat interessiert am Ende niemanden mehr. Hauptsache man steigert sich in den folgenden Spielen wieder. Dann kann man über dieses Spiel getrost den Mantel des Schweigens hüllen. (Daniel Schmidt)

By | 2017-10-27T11:13:47+00:00 Oktober 2nd, 2017|Spielberichte Zweite|0 Comments

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