Vorne hui – Hinten … naja

Mehren. In der 2. Pokalrunde ging es gegen die SG Körperich II, gegen die wir im letzten Jahr aus dem Pokal geflogen sind. Im zweiten Pflichtspiel der Saison und dem letzten „Härtetest“ vorm ersten Spieltag wollten wir daher zu Hause die gute Vorbereitung bestätigen und in die nächste Pokalrunde einziehen.

Vorab: Das ist uns gelungen und wir haben verdient gewonnen. Aber das Ergebnis täuscht etwas über den Spielverlauf hinweg, da der Gegner sehr fahrlässig mit seinen Chancen umgegangen ist und wir im Gegensatz dazu endlich einmal kaltschnäuzig vor dem gegnerischen Tor waren und nahezu jede Einschussmöglichkeit genutzt haben.

Taktisch gingen wir wieder mit einem 3-5-2 ins Spiel und wollten den Gegner von Beginn an mit Angriffspressing unter Druck setzten, was uns in den ersten Minuten auch recht gut gelang. Aber auch in der Anfangsphase machten wir schon den ein oder anderen individuellen Fehler, durch den der Gegner zu Einschussmöglichkeiten kam. Das sollte sich in der ersten Halbzeit wie ein roter Faden durch unser Spiel ziehen. Es gab aber auch tolle Momente im Spielaufbau, so in der 12. Minute, als wir von hinten schnell nach vorne spielten und Nils Esser den Ball direkt in die Schnittstelle der Abwehr auf Jan Mohrs durchsteckte. Jan konnte mit Tempo alleine auf den Tormann zulaufen und vollstreckte eiskalt ins lange Eck. Nur zwei Minuten später nutzte Nils eine kurze Verwirrung in der gegnerischen Abwehr, tanzte drei Gegenspieler und den Torwart aus und konnte lässig zum 2:0 einschieben.

Mit dem Doppelpack hatten wir den Gegner und das Spiel eigentlich voll im Griff. Aber auch in dieser Phase spielten wir dem Gegner die Bälle teilweise unnötig und ohne Druck in den Fuß. Alleine zwischen der 15. und 25. Spielminute lief der Gegner so zweimal alleine auf Taleb Zoaeter zu, scheiterte aber kläglich am eigenen Unvermögen, da man den Ball weit über unser Tor drosch. Zu diesem Zeitpunkt wäre ein Tor für den Gegner verdient gewesen und das Spiel hätte noch einmal kippen können. In der 29. Spielminute aber konnte sich Nils mit einer feinen Einzelleistung in den 5-Meter-Raum bewegen, sein Rückpass landete über Umwege bei André Schneider, der den Ball aus elf Metern unhaltbar ins Netz setzte. Nur neun Minuten später machte Daniel Schmitz mit dem Treffer zum 4:0 eigentlich zur Halbzeit schon alles klar.

In die zweiten 45 Minuten gingen wir im klassischen 4-4-2 System, um dem Gegner im Verteidigungsdrittel noch weniger Raum zu geben und somit das Spiel noch mehr zu kontrollieren. Das gelang uns defensiv eigentlich ganz gut, allerdings verloren wir im Spiel nach vorne etwas die Linie und so plätscherte das Spiel ziemlich lange vor sich hin.

In der 77. Minute wurde unsere lässige Spielweise allerdings dann doch noch bestraft, relativ unbedrängt ließen wir den Gegner bis zur Grundlinie im 16er ziehen und auch beim Pass in die Mitte waren wir zu langsam, sodass der Gegner nur noch zum 4:1 einschieben brauchte.  Von da an ging es Schlag auf Schlag. Zwei Minuten später wurde der eingewechselte Marius Ring schön in Szene gesetzt und markierte mit einem satten Flachschuss aus 15 Metern das 5:1. Wiederum nur zwei Minuten später verfielen wir nach einem vermeintlichen Foulspiel in einen kollektiven Tiefschlaf und Körperich konnte mühelos auf 5:2 verkürzen. Weitere vier Minuten danach kombinierten wir uns auf der rechten Seite noch einmal gut nach vorne, Marius behielt die Ruhe und Übersicht, legte den Ball von außen genau in die Mitte auf den Fuß von Nils – 6:2. Den Schlusspunkt setzte dann André Schneider. Nach toller Flanke des gut aufgelegten Marius und Kopfballablage von Nils, konnte er lässig aus 3 Metern mit Links einschieben (zwei Tore in einem Spiel sind André auch noch nicht so oft gelungen).

Fazit: Verdient gewonnen und erfreulicherweise vorm Tor sehr hungrig und konsequent im Abschluss. Das ist gut für die Stimmung und sollte uns selbstbewusst in die Saison gehen lassen. Wir müssen aber, auch mit Hinblick auf den ersten Gegner Nohn, daran arbeiten weniger „leichte“ Fehler zu machen, mit denen wir den Gegner zum Tore schießen einladen. Ein klares Ziel ist es, in diesem Jahr deutlich weniger Gegentore zu kassieren als in der letzten Saison. (Sebastian Stolz)